Vorbereitung Klettersteig – die richtige Planung zählt

Die Vorbereitung und Planung von Klettersteig Wanderungen ist wichtig, damit alle wieder gesund zu Hause ankommen. Wir zeigen dir alle Punkte die du dabei berücksichtigen solltest.

Fitness-Level für den Klettersteig einschätzen

klettersteig-fitness-level

Bei der Vorbereitung für den Klettersteig ist es wichtig, dass eigene Fitness Level richtig einzuschätzen, um im Zeitplan zu bleiben. Im Sommer kann es  ab dem frühen Nachmittag immer wieder mal Gewitter im Gebirge geben. Niemand sollte unter sich unter solchen Bedingungen im Klettersteig befinden. Strom und Eisen mögen sich einfach zu gerne.

Als Referenz kannst du dich an folgender Beschreibung orientieren:

Für durchschnittlich trainierte Personen, d.h. man geht etwa 4 mal im Monat joggen und macht hier und da ein paar Liegestütze,  ist der Schwierigkeitsgrad C (mit 1 h Zustieg, 1 h im Klettersteig und 1 h Abstieg) auf jeden Fall gut machbar.

Mit welchem Schwierigkeitsgrad beginnen?

Als Anfänger beginnst du am besten mit einem Klettersteig der Kategorie B. Hier kann man sich gut mit dem Material, dem Fels und der Technik vertraut machen. Es gibt in dieser Kategorie auch viele Übungsklettersteige, die nicht zu lang sind und man schnell einen Erfolg und ein gutes Gefühl verbuchen kann.

Für alle Klettersteig-Anfänger findest du hier einen guten Leitfaden, der dich sicher in die jeweilige Stufe bringt.

Schwindelfreiheit und Trittsicherheit einschätzen

klettersteig-schwindelfreiheit

Die meisten von uns sind nicht vollkommen frei von Höhenschwindel. Es ist also völlig normal, dass einem beim Blick in die Tiefe etwas mulmig ist. Man kann dies recht gut abtrainieren, indem man sich immer wieder solchen Situationen bewusst aussetzt. So erkennt der Körper mit der Zeit, dass in solchen Situationen keine Gefahr droht und man schöpft Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Als trittsicher kann sich jemand bezeichnen, der auf Zehenspitzen oder Fersen gehen kann, und wer auf einem Bein stehen und über einem Balken balancieren kann. Dies sollte bei den meisten von Grund auf vorhanden sein. Ansonsten kann auch dies trainiert werden.

Sich mit der Ausrüstung vertraut machen und der Ausrüstung vertrauen

Wer mit Vertrauen in die Ausrüstung startet, kann schon mal 50 % der Angst zu Hause lassen. Deshalb am besten sich vorher mal mal mit dem Körpergewicht in den Klettergurt setzen (ohne Schwung, sonst löst der Bandfalldämpfer aus). Die beiden Karabiner können z. B. an einer Schaukel oder an der Unterseite des Balkons festgemacht werden.

Am besten auch die Bandschlinge testen. Da dieses schmale Band recht filigran wirkt, könnte man meinen, dass dies nicht hält. Also einfach mit dem Karabiner an einer geeigneten Stelle einhängen und sich nach hinten lehnen. Vernähte Bandschlingen halten übrigens 22 kN aus. Das sind umgerechnet ca. 2,2 Tonnen Gewicht.

Die erste Tour – Vorbereitung Klettersteig

Idealerweise sollte die erste Tour mit jemand gemacht werden der schon etwas Erfahrung mit Klettersteigen hat. Oft sind die Einstiege von Klettersteigen eher schwer. Dies soll schon mal jene Personen aussortieren, die sich überschätzen. Ein erfahrener Klettersteiggeher als Partner kann vorsteigen und gibt Sicherheit. Du kannst hier auch auf einen Bergführer zurückgreifen

Zeit Management – Vorbereitung Klettersteig

  • Jahreszeit

  • Wanderzeiten

  • Schwierigkeitsstufe

  • Exponiertheit

  • Zustand Klettersteig

  • Abstieg = Ausgangspunkt

Zu welcher Jahreszeit gehe ich?

Frühling bis Herbst ist grundsätzliche die Saison für Klettersteige. Im Sommer können nachmittags bereits ab 15:00 Uhr Gewitter auftreten. Bei Gewittern sollte man sich auf keinen Fall mehr im Klettersteig befinden. Zudem kann eine Südexpostition des Klettersteiges im Sommer extrem heiß werden. In diesem Fall sollte man die Tour möglichst früh ansetzen. Im Herbst könnte der Zustieg bereits von Schneefeldern bedeckt sein. Dies muss ebenfalls zeitlich mit eingeplant werden.

Welche Zeiten werden angegeben für Zustieg, Klettersteig und Abstieg?

Komme ich nach einem langen Zustieg bereits erschöpft am Klettersteig an? Die Zustiegszeiten am besten auch mit verschiedenen Quellen vergleichen

Welche Schwierigkeitsstufe wird angegeben und wer geht mit?

Ist die angegebene Schwierigkeitsstufe für das schwächste Mitglied einfach oder eher schwierig, sodass man länger braucht?

Wie exponiert ist der Klettersteig und wieviele schwierige Stellen gibt es?

Exponierte Stellen strapazieren Nerven und Kraft mehr als einfache Passagen. Hier vorab sehr genau die Topographie und Bilder des Klettersteiges ansehen

In welchem Zustand ist der Klettersteig?

Bei schlecht gewarteten Klettersteigen kommt man deutlich langsamer voran

Wie groß ist die Frequentierung?

Schöne Klettersteige sind oft gut besucht. Dies verursacht Staus und Verzögerungen.

Wo endet der Abstieg?

Wie lange muss man einplanen um wieder zum Ausgangspunkt (Auto, Bahn etc.) zu gelangen.

Weitere Sicherheitsvorkehrungen

  • Physisches Kartenmaterial mitnehmen. In den Bergen hat man oft keinen Empfang oder der Akku vom Handy kann leer sein.
  • Beim Alpenverein Mitglied werden. Hier bist du automatisch mit den Bergungskosten versichert, falls du Hilfe benötigst.
  • Notfall-App auf deinem Handy installieren (z.B. SOS EU Alp) und einer Person zu Hause über deine Tour informieren (inklusive Zeitplan, wann du etwa wieder zu Hause bist).

Wichtiger Sicherheitshinweis

Wir entwickeln unsere Bergsport-Guides mit größter Sorgfalt, zusammen mit Bergsportlern, staatlich geprüften Bergführern und Mitgliedern der Tiroler Bergrettung.

Unsere Bergsport-Guides geben einen ersten kompakten Einblick in die jeweilige Bergsportart, haben jedoch nicht den Anspruch diese 100 % abzudecken. Die Guides ersetzen keine professionellen Kurse, sondern dienen als vorgelagerte Informationsquelle. Wir übernehmen keine Haftung für Unfälle, die durch Anwendung der hier beschriebenen Informationen entstehen.